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Duftendes Heu oder muffige Faser?

Heu2Woran Sie gutes Heu erkennen
und warum es ohne nicht geht!

Ein Sommermärchen

Jeder kennt den Duft von aromatischem Heu. Er erinnert an Sommer und warme Tage und bringt uns ein wohliges Gefühl. Bei unseren Pferden wird wohl ähnliches verursacht, denn schon das Fressverhalten kann eine erste Einschätzung zur Qualität geben: Knabbert das Pferd nur lustlos an fahlen Halmen herum oder lässt es seine Nase tief im grünen Heuberg verschwinden, um dann, scheinbar gedankenverloren, genussvoll das getrocknete Grün zu verspeisen.

Faser für den Faserfresser

Leider finden wir dieses schöne Bild immer seltener. Statt bester Qualität landet minderwertige Faser im Pferdestall, die mit Heu teils nur noch den Namen gemeinsam hat. Wenn wir aber nun darüber nachdenken, welche Grundbedürfnisse der ehemalige Steppenbewohner und Faserfresser Pferd hat, wird klar, dass hier genauer hingeschaut werden sollte. Der Verdauungstrakt ist nämlich mit einer enormen Kapazität ausgestattet, die die Verdauung von Faser möglich macht. Hierfür bekommt das Pferd Unterstützung von Milliarden von Mikroorganismen, die den Verdauungstrakt besiedeln.

Heu als Hauptenergiequelle

Aus gutem Heu werden so durch den „Umbau“ der kleinen Mitbewohner wichtige Stoffe wie Vitamine aber auch Fettsäuren für den Pferdeorganismus gebildet. Ein Pferd nutzt damit die Faser als Hauptenergiequelle und nicht etwa getreidehaltiges Kraftfutter. Hiervon kann das Pferd nur deutlich geringere Mengen verdauen.

Die richtige Menge

Um Aufbau und Funktion des Verdauungstraktes gerecht zu werden, ist demzufolge eine ausreichende Versorgung mit Faser sicherzustellen. Als Faustformel gilt: 1,2 bis 1,5 kg Heu pro 100 kg Soll-Pferdegewicht.

Zeichen einer Stoffwechselbelastung

Ist das vorgelegte Raufutter aber nun zum Beispiel mit Pilzsporen verunreinigt, lassen Probleme nicht lange auf sich warten. Der Pferdeorganismus wird mit beträchtlichen Mengen an schädlichen Stoffen belastet, die Stoffwechsel und Verdauung teils massiv stören können. Das Ergebnis sind oft Verdauungsstörungen wie Kotwasser, Durchfall und Koliken. Längerandauernde Belastungen können Entgiftungsstörungen verursachen. Die Leber wird überfordert, die Pferde werden schlapp und lustlos. Angelaufene Beine, stumpfes Fell und eine verspannte Muskulatur zeigen: der Stoffwechsel ist überlastet.

Heu1Woran erkennt man gutes Heu?

Grundsätzlich gilt: Was nicht nach Heu aussieht und nicht nach Heu riecht, sollte auch nicht verfüttert werden. Eine hochwertige Faser ist griffig in der Struktur, mit vielfältiger Zusammensetzung und erkennbaren Blatt- und Blütenständen. Die Farbe sollte von dunkel- bis hellgrün reichen. Und dann wäre da noch der Duft.

Heu oder Silage?

Eine Frage, die in vielen Ställen zu hitzigen Diskussionen und manchmal sogar zu regelrecht verhärteten Fronten führt. ..Silage führt bei empfindlichen Pferden oft zu Kotwasser, Kolikneigung und steifer Muskulatur. Hier kann nur eine Umstellung auf Heu oder eine ergänzende Heufütterung dauerhaft Abhilfe schaffen. Die immer öfter eingesetzte trockenere „Heulage“ ist unter anderem aufgrund des geringeren Säure- und höheren Fasergehaltes für Pferde verträglicher. Die Lagerstabilität ist jedoch geringer, so dass hier bei der Lagerung besonders aufgepasst werden muss. Schädliche Pilze und Bakterien können sich vor allem bei nicht genügend verdichteten und bei angebrochenen Heulage- und Silageballen sehr schnell vermehren und beim Pferd zu erheblichen Verdauungs- und Stoffwechselproblemen führen.

Was tun bei Verdauungsstörungen?

Da wir nun um die Wichtigkeit der Faserversorgung wissen, sollte bei jeder Verdauungsstörung Qualität und Menge des Raufutters kontrolliert werden. Bei mangelhafter Faser können hochwertige Trockengrünprodukte die Ration aufwerten. Leinsamen, Mash und Hefen helfen beim Aufbau einer gesunden Darmflora. Faser- und fettbetonte Kraftfutter entlasten gegenüber einer stärkereichen Ration den Verdauungstrakt und sollten mit einer hohen Vitalstoffkonzentration Stoffwechsel und Verdauung des Pferdes unterstützen.

Bei Verdauungsstörungen empfehlen wir:

1

Struktur Energetikum

2

IrishMash

3

EquiMall

4

LinuStar

5

PreAlpin

  • 1 kg Struktur Energetikum als alleiniges Kraftfutter oder als Ergänzung
  • 1 kg Irish Mash, 2 bis 3 Mal pro Woche
  • 300 bis 500 ml Equimall und/oder
  • 50 bis 100 g Linustar

Bei mangelhafter Heuqualität bzw. Silage

  • Pre Alpin Wiesencobs

Quelle: www.st-hippolyt.de
Text: Sarai Fauerbach
Bilder: Pixelio.de